Georg Schmidt Georg Schmidt Georg Schmidt Georg Schmidt

« Graustufen »

Die Galerie 21 zeigte in ihrer Ausstellung vom 23.4. bis zum 5.6.2009 Zeichnungen des Künstlers Georg Schmidt.

Aus einem Gespräch zwischen Dagmar Honke-Delphi und Georg Schmidt in Köln am 10.03.2009:

D.H.-D.: Graustufen ist der Titel für diese Ausstellung. Warum hast Du diesen Titel gewählt, obwohl es sich um Zeichnungen mit Kohle, Graphit und Bleistift handelt?

G.S.: Das Wort beleuchtet vieles, das auch für die Zeichnungen und deren Entstehung zutrifft.

D.H.-D.: Lässt sich das genauer erklären, was „vieles wird beleuchtet“ im Zusammenhang mit den Zeichnungen meint?

G.S.: Es setzt sich aus den Begriffen Stufen und Grau zusammen. Der eine eher mit statischer, architektonischer Anmutung, der andere aus dem Kontext der Tonwerte von Farben. Also Eingefrorenes und Bewegung. Zwei entgegengesetzte Pole aus denen ein drittes Neues entsteht. Schwarze Kohle beziehungsweise Kreide auf weißem Papier. Nie ganz schwarz, nie ganz weiß, Tonwerte - Graustufen eben.

D.H.-D.: Der Prozess, wie die Zeichnungen sich entwickeln, hat also auch damit zu tun?

G.S.: Ich habe nicht eine Idee, die ich projiziere und nur noch ausführe. Die Zeichnungen entwickeln sich. Das ist ein dialogischer Prozess. Gleichsam einer Unterhaltung. Aus dieser Arbeitsweise können Themen wachsen, die sich dann manchmal in leicht veränderter Form wiederholen. Meine Vorgehensweise ist also eher, wie in dem Kalibrieren-Text* beschrieben, eine „Hinkende“. (... Der Hinkende ist sich des Bodens nicht sicher und in Orientierungsnöten. Er ist sich ständig bewusst über seine Bewegung im Raum. ...)

Das passt auch wieder zu Graustufen. Stufen erfordern erhöhte Aufmerksamkeit. Hat eine Stufe eine andere Höhe, fällt dies beim Treppensteigen sofort auf. So verhält es sich auch mit der Komposition in den Zeichnungen. Kleine Veränderungen haben große Auswirkung auf den Bildraum. Mich interessiert, wann die Zeichnung Gestalt annimmt.

* Stiftung Insel Hombroich 1. Auflage 1998